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Brüssel

Bilder > 2019

Tagung in Brüssel


Nach 12 Stunden Busfahrt kam ich um 09:00 Uhr in Brüssel an.
Bei 32 C suchte ich das Hotel und den Tagungsort, was nicht gerade leicht war, da ich keine Adresse hatte, sondern nur den Namen des Veranstaltungsortes.
Unterwegs traf ich dann auch Karsten. Wir gingen dann zum Hotel um einzuchecken.

Unser Tagungsraum war unter dem Dachgiebel mit entsprechender Temperatur. ZweiVentilatoren sorgen für etwas Erfrischung.

Uns begrüßte uns Ruth Kasper und Klärte uns über das Organisatorische auf.
Dann ging es auch schon mit den Vorträgen los, die leider alle in Englisch gehalten wurden. Daher habe ich alle Bilder von den Vorträgen fotografiert, für die jenige, die Englisch können.
Ich saß ziemlich Dumm da, da ich kein Englisch konnte. Ich hatte zwar ein Übersetzer an meiner Seite, aber das gelbe vom Ei war das auch nicht.

In den Pausen wurde auch fleißig Diskutiert und zu meinem Glück in Deutsch!
So bekam ich dann doch noch was von den Vorträgen mit.
Wie immer wurden nur die Projekte der einzelnen Länder vor getragen, aber eine Forderung zur Bekämpfung der Obdachlosigkeit in der EU, kam leider nicht zu Stande.

Aber die Tagung war nicht ganz umsonst.
Zum Schluss der Tagung lernten wir noch Navina Sarman vom Robert Koch Institut kennen, die uns über ein neues Forschungsprogramm informierte.
Das Tema lautet: Prävalenz von sexuell und durch Blut übertragbare Infektionen sowie von latenter tuberkulöser Infektion und Tuberkulose bei wohnungslosen Menschen in Deutschland".
"Eine Studie von Fixpunkt, AVK Sozialprojekte, dem Zentrum für Infektiologie Berlin Prenzlauer Berg (ZIBP) und dem Robert Koch-Institut (RKI)".

Um 13:00 Uhr war dann Feierabend.
Da Karsten und ich noch Zeit hatten, schlenderten wir durch Brüssel. Dort sahen wir viele Obdachlose vor Geschäften liegen, wenn man etwas vom Zentrum rum lief.

Auch wir mussten uns dann mal trennen, da Karsten früher wie ich nach Hause fuhr. Mein Bus fuhr dann um 21:00 Uhr los und um 09:30 Uhr war ich wieder wohlbehalten und Müde in Berlin angekommen.

Unten könnt Ihr die Vorträge und weitere Infos lesen!

Medizinische Versorgung von Obdachlosen in Deutschland


Das Leben auf der Straße stellt für obdachlose Menschen eine große gesundheitliche Belastung dar. Schwerwiegende körperliche Erkrankungen sind meist die Folge. Selbst die kleinste Verletzung kann ohne Behandlung lebensgefährlich werden.
Dazu kommt noch, dass die meisten Obdach- und Wohnungslose über keine Krankenversicherung verfügen.
Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) - Deutsche Sektion e.V. hat auf Ihrer Webseite https://www.igfm.de/hilfe-fuer-obdachlose/ die Allgemeine Infos zur Obdachlosigkeit sehr gut beschrieben.
Desweiteren möchte ich die Webseite vom aerzteblatt.de "Sozialorganisationen fordern bessere medizinische Versorgung von Obdachlosen" empfehlen.
Hier ein paar Auszüge:
"Berlin - Mehrere Berliner Sozialorganisationen haben eine bessere medizinische Versorgung obdachloser Menschen in der Stadt gefordert. Nötig sei unter anderem eine Krankenstation, in der Ärzte erkrankte Wohnungslose ohne vorherige Prüfung von Kostenübernahmen und Ansprüchen kurzfristig zum Auskurieren einweisen könnten, erklärten die Organisationen gestern bei der Vorstellung eines Berichts. Sie sprachen sich auch für eine bessere niedrigschwellige zahnmedizinische Versorgung aus.

Der Bericht wurde vom Runden Tisch medizinische und zahnmedizinische Versorgung obdachloser Menschen in Berlin vorlegt, einem vom Berliner Caritas-Verband und dem freien Wohlfahrtsträger Gebewo gegründeten Zusammenschluss. Es handelt sich um eine Datenerhebung zu den Behandlungen, die 2016 in zehn Einrichtungen und Anlaufstellen erfolgten.

Diese bieten niedrigschwellige Behandlungen für Obdachlose auch ohne Kranken­versicherung an - etwa in Arztmobilen oder Tagestreffs. Die meisten Wohnungslosen würden durch die Angebote der regulären medizinischen Versorgung nicht erreicht, hieß es in dem Bericht. In den zehn Einrichtungen fanden demnach 2016 rund 27.000 Konsultationen statt.

Somit gibt viele Gründe, warum medizinische Angebote von wohnungslosen Menschen nicht in Anspruch genommen werden. Angst, Scham, fehlendes Vertrauen, weite Entfernung, körperliche bzw. psychische Unfähigkeit, finanzielle Probleme, Sprachprobleme, fehlende
Krankheitswahrnehmung, Suche nach einem Schlafplatz, organisatorische Gründe (Wo ist eine Arztpraxis, sorge um Besitz), Einhalten von Terminen, Verbot von Alkohol- und Drogenkonsum, mangelnde Kooperation, lückenhafte Vorerkrankungen, medizinische Amnesie, fehlende Kommunikation (Telefon / Internet) und zu guter Letzt der fehlende Ausweis. (siehe ETOS)

Um die medizinische Versorgung wohnungsloser Menschen zu verbessern, fordert die Selbstvertrettung wohnungsloser Menschen:

Wir fordern eine Krankenkasse für alle (Beispiel Kanada)
Keine Behandlungsunterschiede zwischen Wohnungslosen und nicht Wohnungslosen
Mehr Arztmobile für eine vor Ort Versorgung
Bessere finanzielle Unterstützung der Hilfsorganisationen
Kostenlose Medikamente durch z.B. Pharmafirmen, die solche an Verteiler wie Apotheken und Arztpraxen ausgeben.
Einhaltung des hippokratischen Eides bei Ärzten und Krankenhäusern
Vollständige Genesung in Krankenhäusern
Nicht nur Akut- Versorgung, sondern auch Behandlung von chronischen Erkrankungen
Bessere Versorgung von psychisch erkrankten Wohnungslosen
Wir verweisen auf Artikel 1, Absatz 1 des Grundgesetztes: "Die Würde des Menschen ist unantastbar." sowie auf Artikel 2, Absatz 2 des GG: Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit."

Aber auch die behandelnden Ärzte stellen Forderungen an die Politik:

Wie immer, bessere Bezahlung von Ärzten die Obdachlose behandeln.
Schwer erreichbare Termine für psychisch erkrankte Obdachlose.
Mehr Anerkennung von der Notfallversorgung von ehrenamtlichen Ärzten und Schwestern.
Keine Strafbarkeit von Ärzten bei der Abgabe von Medikamenten
Spenden für Medikamente sind teilweise Strafbar und muss daher neu geregelt werden.
Maßnahmen gegen das steigen von Drogenproblemen.
In den Obdachlosenunterkünften eine bessere philologische Betreuung von Obdachlosen.
Fehlende Nachbetreuung von physisch erkrankten Obdachlosen.
Wachschutz in den Kliniken, da mit Übergriffen von Obdachlosen gerechnet werden muss.

So vielfältig auch die Problematik der medizinischen Versorgung von Obdachlosen seien mögen, letztendlich kann man sie nur Lösen, wenn Wohnungen vorhanden sind, ausreichende Finanzierung und vor allem Verständnis und Betreuung von Obdachlosen.

Jürgen Weber
HARTZ IV Betroffene e.V.

Hier noch ein paar Eindrücke aus Brüssel


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