HARTZ IV Betroffene e.V.


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August

Artikel > 2007

HARTZ IV und die Bildungs- und Kinderarmut

Bald sind die Ferien vorbei und das neue Schuljahr beginnt.
Für die Erstklässler von Geringverdienern wird das kein schöner Tag werden, da das Arbeitsamt, ups Arbeitsargentur kein Geld für Schultüten hat. Lapidare Ausrede ist immer die gleich: alles ist schon pauschal im Regelsatz.
Nur gefunden habe ich nichts.
Durch die drastische Steigerung von den Lebensmittelpreisen ist KEINE gesunde Ernährung mehr möglich. Somit haben Kinder von einkommensschwachen Familien kein Geld für das Schulessen. Also wo her soll dann noch das Geld dann für das Schulmaterial kommen, wenn noch nicht einmal Geld für Warmes Mittagessen da ist?
Zurzeit (laut PAGA) sind mit 6 Jahren 250 Kinder und von 7 Jahren 256 Kinder vom Alg 2 betroffen. Weite Schätzungen liegen bei weiteren 400 Kindern. Darunter Zählen nicht die einkommensschwachen Familien, die noch dazu kommen würden. Somit haben fast 1000 Kinder in Potsdam keine gleichen Bildungsmöglichkeiten, wie nicht Alg 2 Empfänger und Geringverdiener.
Diese Erschreckenden Zahlen sollte eigentlich die Bildungsministerin auf den Plan rufen.
Vielleicht sollten sich die Verantwortlichen das Sozialgesetzbuch VIII § 1 durchlesen und endlich danach handeln.
Daher hat sich unser Verein die Aufgabe gestellt, Sponsoren zu suchen, um den einkommensschwachen Familien eine Schultüte kostenlos zu Überreichen.
Daher bitten wir alle einkommensschwachen Familien sich bei uns zu Melden, um zu wissen wie viele Schultüten benötigt werden.
Ein Wort noch zu den Sponsoren.
Wir möchten uns jetzt schon bei allen Bedanken, die uns bei diesem Projekt "Schulmaterial" unterstützen. Da wir ein gemeinnütziger Verein sind, können wir Ihnen eine Spendenquittung ausstellen und wenn Sie möchten auf unserer Website als Sponsor benennen.
Das Geld was übrig bleibt, werden wir in Schulmaterial investieren, um Kinder und Jugendlichen in höheren Klassen dringen benötigtes Schulmaterial kostenlos zur Verfügung zu stellen.
Dieses Projekt "Schulmaterial" ist bis zum Jahresende begrenzt, denn es kann und darf nicht die Aufgabe des Vereins sein die Symptome der Bildungsmisere zu unterstützen.

Vorläufiges Fazit des Projekts "Schulmaterial"

Als erstes möchte ich mich bei den politisch Verantwortlichen entschuldigen, dass ich Sie im Sommerurlaub mit dem nicht bekannten Thema überfallen habe.

Waren dass noch schöne Zeiten, wo sich der Verein "HARTZ IV Betroffene e.V." sich nur um die Beratung von ALG II Almosenempfängern gekümmert hat und die Politiker ihre Ruhe hatten (außer der PAGA). Man brauchte den Verein nicht zu fördern, da es ja genug Beratungsstellen gab. Somit war voriges Jahr von fehlendem Schulmaterial keine Rede gewesen.

Also was ist dieses Jahr anders?
Da kommt doch glatt jemand vom Verein auf die Idee, den Regelsatz neu Auszurechnen. Das wäre ja noch nicht schlimm gewesen. Jetzt macht er ein Projekt daraus und geht damit an die Öffentlichkeit. Das wäre eventuell auch noch nicht so schlimm gewesen. Das Fatale an der Geschichte war, das die Presse das Thema auffasste und zusammen mit dem Verein, das Projekt "Schulmaterial" unterstützte. Damit kam der Stein ins Rollen und immer mehr Bürger, Vereine und Firmen aus Potsdam spendeten für die Kinder.
Dafür möchte sich der Verein bei allen Bedanken, die das Projekt unterstützt haben und noch tun werden.
Jetzt mussten auch die Politiker endlich erkennen, dass der Regelsatz nicht ausreicht.
Was für eine Erkenntnis!!!
Ziegar der Bürgermeister von Potsdam sah sich genötigt, einen Zuschuss von 25,-€ zu gewähren. Hätte man nicht für das Spaßbad 4 Millionen in den Sand gesetzt, hätten es auch 50,-€ sein können. Zum Glück soll ja alles "Unbürokratisch" ablaufen. Da stellt sich bei mir die Frage, warum soll man erst einen Antrag stellen? Der PAGA muss doch bekannt sein, wer Eingeschult wird. Daraufhin hätte man einfach das Geld überwiesen und das wär's gewesen. Das nenne ich "Unbürokratisch".
Was sagen eigentlich die Bildungsminister von Land und Bund dazu?
Was sagt die SPD und Grüne dazu, denn wir den Schlammassel verdanken?
NICHTS!!!
Diese Parteien wollen nur mehr Steuergelder für ihre Parteikassen und nicht für arme Kinder.
Da stellt sich bei mir die Frage, was unseren "Volksvertretern" wichtiger ist: gut ausgebildete Kinder und Jugendliche, oder volle Parteikassen.
Auf diese Antwort wäre ich gespannt, wenn man eine Bekommen würde.
Zumindest der Petitionsausschuss des Bundestages hält davon gar nichts und ist der Meinung, dass der Regelsatz ausreicht. Ist eigentlich auch kein Wunder, denn die Leute brauchen ja nicht davon zu leben, da sie sich e mit Steuergeldern rundum Versorgt haben.

Das soll`s vom vorlauten Verein erstmal gewesen sei.

Mit freundlichen Grüßen
J W


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