HARTZ IV Betroffene e.V.


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Armutskongress

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Armutskongress 10.-11.04.2019 Berlin


Baustelle Deutschland, Solidarisch anpacken!


Ein Bericht vom Kongress von mir.

Tag 1

Der fing schon mal gut an, da der Regio 10 Minuten Verspätung hatte. Aber das war nicht so schlimm, da ich rechtzeitig von zu Hause los bin.

Als ich dann am Tagungsort angekommen war, wurde ich gleich von zwei Altbekannten begrüßt.
Nach der Registrierung ging es erst mal zum Kaffeestand. Mit Kaffee und Obst bewaffnet, ging ich zu meinen Bekannten, um noch ein Schwetzchen zu führen.

Dann begann auch endlich der Kongress.
Zuerst stellten sich die Moderatoren vor und dann das Tagesprogramm.
Prof. Dr. Heribert Prantl, Journalist und Autor, fing als erster mit seinem Vortrag "Baustelle Deutschland, Solidarisch anpacken" an.
Kurz gesagt, erzählter uns das, was wir schon längst wussten, nur halt Wissenschaftlich. Dazu brauchte er 45 Minuten. Also lauschten wir Artig seinen Erkenntnissen und einige machten sich zieh gar Notizen.

Weiter ging es dann mit einer Podiumsdiskussion ohne Betroffene.
So waren auf dem Podium Prof. Dr. Heribert Prantl, Annelie Buntenbach, DGB, Werena Rosenke NAK/BAG Wohnungshilfe und Prof. Dr. Rolf Rosenbrock, Paritätischer.
Und schon ging es mit der Podiumsdiskussion los.
Was mich am meisten verwunderte, dass man die Buntenbach die doch für Sanktionen für ALG II Beziehe ist, hierher Eingeladen wurde.

Dann war endlich Mittag. Das war richtig gut und Nachtisch gab es auch.

Dann ging es in die Impulsforen 1. Block.
Ich war im Forum " Hartz IV/Arbeitsmarktpolitik: Hartz IV überwinden-aber wie?
Jetzt durften wir auch mal was machen. Wie in der Schule, wurden die wichtigsten Stichpunkte zu dem Thema auf Zettel aufgeschrieben und an einer Tafel befestigt. Aber das hatten wir ja schon mal!

Nach einer kurzen Pause gab es gleich den nächsten Vortrag.
Prof. Dr. Bettina Kohlrausch von der Uni Potsdam hatte das Thema "Instrumentalisierung von Armut durch Rechts". Was neue kam da aber auch nicht raus. Das hatten wir auch schon alles im vorigem Jahr gehört.

Dann kam der Impulsforen 2. Block

Da kein, für mich, Interessantes Thema dabei war, kümmerte ich mich lieber um Accor, der nicht mit rein durfte!

Um 17:30 Uhr gab's dann das Abendessen.

Nach dem Abendessen gab es dann noch eine Podiumsdiskussion mit Politiker. Da wir sowieso nicht zu Wort kommen, zog ich es vor nach Hause zu fahren.

Tag 2

Um 10:00 Uhr ging es mit einem Vortrag von Dr. Andrej Holm, Humboldt Uni Berlin mit dem Thema "(kein) gutes Wohnen für alle? Wie das "Armutsproblem" in der Mitte der Gesellschaft ankommen".
Das war zwar ein schöner Vortrag, aber nichts Neues. Eigentlich müsste doch der Veranstalter wissen, dass wir nicht Blöd sind. Aber jedes Mal müssen wir uns irgendwelche Vorträge anhören, von Leuten, die noch nie Arm waren und auch nicht werden.

Danach kam eine Podiumsdiskussion zum Thema: Miete und Wohnen.
Wer da mal gehofft hatte, dass wenigstens ein Betroffener zu Wort kommt, sah sich leider getäuscht.
So mussten wir uns das gejammere der Podiumsgäste anhören. Ob wir nicht selber wüsten, was auf dem Wohnungsmarkt los wäre!

Jetzt kam das offene Format: "Baustelle Deutschland, Solidarisch anpacken"
Da musste ich unweigerlich an den BER und Stuttgart 21 denken. Jedenfalls wurden jetzt die Tafeln mit den bunten Zetteln hervor geholt und uns erklärt, was man am Vortag doch so schwer Erarbeitet hätte vorgeführt. Ich musste eher schwer daran arbeiten, die Augen offen zu halten.

Dann war endlich Mittagspause. Eigentlich hatte ich mich darauf gefreut, aber wurde leider enttäuscht! Noch nicht mal Nachtisch gab es mehr.

Zu minderst ging es mit dem Impulsforum 3. Block weiter!
Dort suchte ich mir das Thema: Hartz IV/Arbeitsmarktpolitik II: Perspektiven jenseits des Hartz IV Bezuges"
Der Mann vom DGB hielt uns einen ganz tollen Vortrag, wie man die Armut bekämpfen könnte. Er konnte aber nicht ahnen, dass ich mich selber in dem Thema gut auskannte. Bei der anschließenden Diskussion musste ich ihn mal in die Realität zurück holen und ihm erklären, dass sein schöner Vortrag für die Tonne ist, da es zu viele Fehler enthielten. Das fand er weniger schön und das im vollen Saal! Da muss ich mich doch Fragen, für was ich überhaupt noch in der Gewerkschaft bin, wen solche hochbezahlten Leute im DGB sitzen, die keine Ahnung von der Materie haben?

Daran schloss sich eine Diskussionsrunde mit dem Thema "Familie 2030: Zukunft ohne Arbeit?!", statt. Da nur wieder Politiker da saßen, die keine Ahnung haben, ging ich lieber Kaffee trinken.

Den letzten Vortrag hielt dann Dr. Ulrich Schneider, Der Paritätische Gesamtverband.
Zumindest wusste er von was er sprach und zeigte die Fehler der Regierung schonungslos auf. Dafür bekam es viel Applaus von den Teilnehmern.
Ich wünschte mir, dass seine Worte irgendwann in Erfüllung gehen mögen.


Jürgen Weber


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