HARTZ IV Betroffene e.V.


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Armutskonferenz

Bilder > 2017

Armutskongress 27.+28.06.2017 in Berlin


Tag 1

Da ich immer bei solchen Tagungen dabei bin, fuhr ich auch diesmal hin.
Voller Erwartung betrat ich das Langenbeck - Virchow - Haus und ging mich erst einmal Registrieren. Da ich ziemlich früh schon da war, waren noch nicht viele Leute da. Mit der Zeit füllte sich der Raum und man traf alte Bekannte.
Dann ging es in den Hörsaal und schon ging es los.
Leider wurden die ersten drei Redner nicht mit Namen genannt, aber die kamen vom Bundeserwerbslosenausschuss ver.di, AG Vernetzung von Betroffenen der Nationalen Armutskonfernz und Forum KinderarMUT Uslar.
Da durften wir hören, was wir schon längst wussten.

Auch der Vortrag von Prof. Dr. Jutta Allmendinger war nicht sehr Aufschlussreich, da kein Wort über die Sanktionen und ihren Folgen berichtet wurde.

Danach kam die erste Diskussionsrunde.
Das die Veranstalter Frau Buntenbach vom DGB Bundesvorstand eingeladen haben, fand ich als Provokation, das sich diese Dame für Sanktionen von ALG II Betroffene ausspricht.
Am besten fand ich die Redebeiträge von Prof. Dr. Rolf Rosenbrock, der das Kind beim Namen nannte und seine Meinung zum ALG II äußerte.

Dann war Mittag

Jetzt ging es in die erste Runde der Impulsforen.
Dort gab es 5 verschieden Diskusionsblocks. Leider konnte ich mich nur für einen Entscheiden und so ging ich zu den Vorträgen "Regelsätze in Hartz IV: Anspruch und Wirklichkeit".
Dr. Verena Tobsch erklärte uns, wie der Regelsatz laut Statistik ausgerechnet wurde.
Als nächstes war Dr. Andreas Aust dann, der uns den Standpunkt des Paritätischen Gesamtverbandes erläuterte.
Dann durften wir Fragen stellen. Darauf hatte ich nur gewartet und kam auch gleich als erster rann. Da erklärte ich den Teilnehmern, wie ich mir die Berechnung der EVS 2013 vorstellte und übergab den drein eine Aufstellung der Regelsätze zwischen 2014 und 2017 und meinem Verbrauch. Wie ich leider feststellen musste, hatte der Veranstalter keine Kopien von den Berechnungen gemacht, so dass ich für die Interessierten erst am nächsten Tag eine Kopie zur Verfügung stellen konnte.
Frau Dr. Tobsch klärte mich erst einmal auf, wie es zu der Berechnung der EVS 2013 gekommen ist. Da stellte ich fest, wie ich naiv war von den 15 % niedrigsten Einkommen von Arbeitern aus zu gehen. So klärte sie mir, das dazu die Einkünfte der RENTNER 60 % ausmachen, 30 % Studenten und Aufstocker und nur 10 % Arbeiter die nur den Mindestlohn bekommen zur Berechnung heran gezogen wurden.
Da war ich baff!

Jetzt brauchte ich wirklich eine Kaffeepause!

Jetzt ging es im Hörsaal weiter. Dort konnten wir Svenja Hense von der Uni Osnabrück ihren Vortrag über die politische Präferenz von Arm und Reich durch den Bundestag lauschen.
Da wurde zwar festgestellt, dass immer weniger Arme zur Wahl gehen, aber nicht warum.

Jetzt folgte die zweite Runde der Impulsforen

Da ich keine Lust hatte aus dem Hörsaal zu gehen, blieb ich gleich Sitzen und durfte mir ein Vortrag über das Thema "Armut und Ausgrenzung: Menschenrecht auf soziale und kulturelle Teilhabe" lauschen. Bei der anschließenden Diskussionsrunde musste ich mich ja auch melden. So sagte ich, dass mein letzter kultureller Höhepunkt ein Kinobesuch war und dass da gerade die Titanic gesunken war. Dann kramte ich den Regelsatz raus und erklärte an drei Beispielen, dass der Regelsatz dazu nie reichen würde. Dann kam der Hammer. so sagte ich den Gesamtbetrag für Kultur und Sport an und sagte aber gleichzeitig, dass wir den Betrag nie für Kultur ausgeben könnten. Denn den
etrag der uns für Kultur zur Verfügung steht, müssen wir für die Preissteigerungen für Strom und Lebensmittel ausgeben müssen. Dafür bekam ich ziegar Applaus von den Rängen.

Dann gab´s Abendessen

Ich hatte dann auch keine Lust mir den letzen Beitrag für den ersten Tag an zu höhren und für nach Hause.

Tag 2

Um 10:00 Uhr ging es los mit einem Vortrag von Prof. Dr. Marcel Fratzscher zu der Frage "Brauchen wir ein Maß an Ungleichheit?"
Der war so interessant, dass ich nur mit Mühe meine Augen aufhalten konnte.

Dann wurde es wieder interessant, da der Verleger vom "Der Freitag", Jakob Augstein über "Das populistische Pendel" ein Vortrag hielt.

Danach gab es wieder zwei parallele Veranstaltung, wo ich gleich im Foyer bleiben konnte. Da gab es den üblichen "Open Space: Austausch und Vernetzung". Dort verteilte ich noch einmal meine Berechnungen zum Regelsatz und die Berechnung zum Bedingungslosen Einkommen von Diplom-Volkswirt Robert Carls.

Jetzt gab es Mittagessen!

Im Hörsaal kam es dann zur Podiumsdiskussion mir Politiker/-innen. Für mich hörte sich das an, ob die Politiker Wahlkampf machen wollten. Am schlimmsten erwische es Kai Whittaker der für sein Beitrag ausgebuht wurde! Wie immer wurde so lange Diskutiert, dass wir unsere Fragen nicht mehr an die Politiker stellen konnten.
Durch meinen lauten Protest hörte sich Ministerpräsidentin Malu -Dreyer meine Meinung an, aber das nur 3 Minuten, da sie schon wieder weck musste. Von den anderen Politikern war auch keiner mehr da.

Dann kam das Resümee von Dr. Ulrich Schneider vom Paritätischen Gesamtverband.
Es fast noch mal das Elend der ALG II Bezieher zusammen und erhielt dafür Applaus.
Artig wie ich bin, verabschiedete ich mich von Dr. Scheider.

Jetzt war Schluss und ich konnte nach Hause fahren.

Fazit: Es wurde uns wunderbar Erklärt, warum wir Arm sind und bleiben muss und in der Politik nichts zu suchen haben. Ach ja und nicht zu vergessen, warum der Regelsatz nicht erhöht werden kann.

Hier ein paar Bilder von der Tagung. Wer Interesse hat, alle Bilder zu sehen, kann ich ja eine zip-Datei schicken, wo alle Bilder vorhanden sind.


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